Im Vorfeld des morgen beginnenden G8-Treffens in Italien ist es erneut zu Diskussionen über die Ablösung des US-Dollars als Weltreservewährung gekommen. Neben China haben Russland und Indien ihre Forderung nach einer Reform des Welt-Währungssystems erneuert. Demgegenüber mahnte Japan Unterstützung für den US-Dollar als Leitwährung an. Insgesamt scheint sich herauszukristallisieren, dass auf dem G8-Treffen über eine mögliche Reform des Währungssystems gesprochen wird, die Debatte aber noch nicht den Stellenwert hat, dass sie schriftlich im Abschlusskommunique erwähnt wird. Die Auswirkungen der Diskussionen auf den Devisenmärkten halten sich im Rahmen. So kann sich der US-Dollar in Anbetracht der erhöhten Risikoaversion behaupten.
Von konjunktureller Seite sind heute die deutschen Auftragseingänge zu nennen. Hier zeichnet sich ein Trend zum Besseren ab. Nach dem dramatischen Einbruch von September 2008 bis Februar 2009 ist es im März zu einem Zuwachs von 3,7 % gekommen. Im April stagnierte die Auftragslage. Für Mai ist ein neuerliches Plus möglich, zumal die ifo-Geschäftserwartungen bereits sechs Mal in Folge gestiegen sind. Die bei 0,5 % liegende Konsensschätzung ist weitgehend realistisch. so dass wir kein positives Überraschungspotenzial ausmachen. Bei der morgen anstehenden Industrieproduktion könnte es sogar zu einer Enttäuschung kommen. So dürfte der drastische Auftragseinbruch noch nicht vollständig nachvollzogen sein, wodurch entgegen den Erwartungen ein Produktionsrückgang realistisch erscheint. Dennoch zeichnen die Daten mit Einschränkung nach, was die Stimmungsindikatoren seit Monaten andeuten: Bei der Industriekonjunktur könnte es zu einer Trendwende kommen.
EUR-USD: Der Euro pendelt im Bereich des kurzfristigen Aufwärtstrendkanals. Ein nachhaltiger Rutsch darunter würde das technische Bild eintrüben. Die quantitativen Indikatoren im Tageschart mahnen zur Vorsicht. Der MACD richtet sich unterhalb seiner Signallinie gen Süden. Zudem steht der Stochastic kurz davor, ein Verkaufsignal zu generieren. Vor diesem Hintergrund scheint eine leichtere Tendenz wahrscheinlich. Sollte die Marke von 1,3875 unterschritten werden, zeigen sich weitere Haltemarken bei 1,3829, 1,3806 und 1,3747. Erste Widerstände lokalisieren wir bei 1,4000, 1,4028 und 1,4100. Trading-Range: 1,3875 - 1,4100.

