Gestrige Neuigkeiten und Ereignisse:
Am Mittwoch zeichneten sich erneut große Bewegungen an den FX-Märkten ab. Nach der Enttäuschung am Dienstag über den US-Rettungsplan dominierte nach wie vor die Risikoscheu. Im Hinblick auf das Förderungspaket scheint alles auf einen klassischen Fall von „Kaufe bei Gerüchten und verkaufe bei Fakten“ (buy the rumor, sell the fact) hinzudeuten. Es herrscht eine greifbare Angst, dass die Behörden der Behebung des Schadens nicht einen Schritt näher sind als zu Beginn der Probleme.
Im frühen Handel konnten sich allerdings JPY-Währungspaare etwas verbessern, weil die Händler versuchten, einige Stops auszuheben. Jedoch hielt sich diese Stärke nicht lange, weil der Markt bald von Angeboten überschwemmt wurde, woraufhin er wieder niedriger tendierte. EUR/USD geriet etwas unter Druck und sackte auf 1,2850 ab. Der von einigen Marktteilnehmern zitierte Artikel aus der FT, dass Europa sich in Richtung einer Nullzins-Politik bewege, diente hierbei als Katalysator. Allerdings konnte das Paar den Großteil seiner geringen Verluste wieder gut machen.
Der Yen kletterte gegenüber dem US-Dollar und dem Euro, weil die Sorge, dass US-Finanzminister Timothy Geithner die Kreditvergabe der Banken nicht wiederbeleben könnte, die Aktien fallen ließ, woraufhin die Nachfrage nach der japanischen Währung als sicherer Hafen zunahm.
Der Euro war gegenüber Yen den dritten Tag in Folge rückläufig, bedingt durch Spekulationen, dass ein Bericht heute den deutlichsten Rückgang der Industrieproduktion in der 16-Länder-Region in den letzten 23 Jahren aufweisen wird. Dies würde der Europäischen Zentralbank mehr Gründe für eine Zinslockerung an die Hand geben. Der US-Dollar war gegenüber Yen im Vorfeld der Zahlen über die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung den vierten Tag in Folge rückläufig. Ökonomen zufolge wird dieses Ergebnis im Umfeld seines 26-Jahres-Hochs bleiben.
Auch der Pfund befand sich den dritten Tag in Folge auf dem Rückzug. Sorgen über eine Vertiefung der britischen Rezession ließen die britischen Staatspapiere klettern und belasteten die Nachfrage nach riskanteren Anlagen wie Aktien.
Die Devise war gegenüber dem Yen rückläufig, weil der Aktien-Benchmarkindex FTSE 100 um 1,11% nachgab. Der Gouverneur der Bank of England, Mervyn King, sagte gestern, dass sich die Wirtschaft in einer „tiefen Rezession“ befinde, die die geldpolitischen Entscheidungsträger zu einer Lockerung der Zinsen und zu Kapitalspritzen für die Wirtschaft veranlassen könnte. Kabinettminister Ed Balls äußerte am 7. Februar, dass die Regierung vor einer Wirtschaftskrise stehe, die schlimmer als die Große Depression sei.
Der australische Dollar gab seine Gewinne wieder ab, nachdem der Senat das Förderungspaket von Premierminister Kevin Rudd in Höhe von AUD 42 Mrd. ($ 27,4 Mrd.) ablehnte, mit dem die Rezession abgewendet werden sollte. Die neuseeländische Währung verteuerte sich.
Die Abstimmung im australischen Senat fiel mit Stimmengleichheit, womit der Gesetzesvorschlag automatisch abgelehnt wurde. Zuvor hatte der australische Dollar zulegen können, nachdem ein Regierungsbericht eine unerwartete Zunahme von Vollzeitarbeitskräften aufwies und China, Australiens zweitgrößter Exportmarkt, äußerte, dass neue Kredite auf ein Rekordhoch gestiegen seien.


