* VW überzeugt den Markt mit Bilanz und Ausblick
* Mögliche VW-Wandelanleihe positiv gesehen
* Gea dank Einsparungen mit kräftigen Kursgewinnen
(neu: Wall Street)
Frankfurt, 11. Mär (Reuters) - Gewinnmitnahmen haben den
Dax<.GDAXI> am Donnerstag vom Sprung über die psychologisch
wichtige Marke von 6000 Punkten abgehalten. "Er wird diese Hürde
aber eher früher als später überwinden", betonte ein Börsianer.
"Es gibt immer noch genügend Anleger, die auf den fahrenden Zug
aufzuspringen versuchen und daher jeden Rücksetzer zum Einstieg
nutzen." Der Leitindex hat in den vergangenen beiden Wochen rund
400 Punkte zugelegt.
Am Donnerstag beendete er den Xetra-Handel 0,1 Prozent
schwächer bei 5928,63 Zählern. Der EuroStoxx50<.STOXX50E> gab
0,5 Prozent auf 2894,89 Stellen nach. Auch an der Wall Street
bröckelten die Kurse ab: Der US-Standardwerteindex Dow
Jones<.DJI> notierte bei Börsenschluss in Deutschland 0,1
Prozent im Minus.
VOLKSWAGEN IM AUFWIND - K+S UNTER DRUCK
Mit einem Kursplus von 7,7 Prozent auf 68,68 Euro ließen
Volkswagen die restlichen Dax-Werte weit hinter sich.
"Die Aktie profitiert von den guten Zahlen, dem optimistischen
Ausblick und der Tatsache, dass die Wolfsburger sich das Kapital
zur Finanzierung der Porsche-Übernahme möglicherweise
zum Teil über eine Wandelanleihe beschaffen wollen", sagte ein
Händler. "Damit wird die Verwässerung der Anteile der
Altaktionäre hinausgezögert." Ein anderer Börsianer verwies
zusätzlich auf den knapp 50-prozentigen Anstieg des Cash Flow.
VW hatte für die ersten beiden Monate 2010 ein rund
27-prozentiges Absatzplus bekannt gegeben und für das Gesamtjahr
einen Umsatz- und Gewinnanstieg in Aussicht gestellt.
Porsche-Titel notierten 4,9 Prozent fester bei 42,34 Euro.
Einer der schärfsten Verfolger der VW-Vorzüge waren
BMW, die sich um 1,3 Prozent auf 32,69 Euro
verteuerten. Dank Einsparungen fuhr der Münchener Autobauer 2009
einen Vorsteuergewinn über den Markterwartungen ein. Enttäuscht
äußerten sich Analysten allerdings über das operative Ergebnis.
Einer von ihnen betonte, dass er die Konsens-Schätzungen für
2010 für zu hoch halte.
Schlusslicht im Dax waren K+S. Am Tag nach
Bekanntgabe der Geschäftszahlen gaben die Papiere des
Düngemittel-Herstellers 2,7 Prozent auf 45,66 Euro nach. Auf den
zweiten Blick waren einige Analysten vom Quartalsergebnis nicht
ganz überzeugt. Sie bemängelten unter anderem den vagen
Ausblick. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen. Die Aktie hat
sich seit Jahresbeginn mit einem Plus von 17,4 Prozent deutlich
besser als der Gesamtmarkt entwickelt.
GEA NACH ZAHLEN MIT KURSSPRUNG - SIXT SDAX-SCHLUSSLICHT
Im Nebenwerte-Index MDax<.MDAXI> sorgte Gea mit
einem Kursplus von 7,9 Prozent auf 16,40 Euro für Aufsehen. Der
Anlagenbauer hatte für 2009 eine Bilanz über Markterwartungen
vorgelegt. Es sehe so aus, als materialisierten sich die
Kosteneinsparungen schneller als erwartet, und auch der Ausblick
sei ziemlich zuversichtlich, erklärten die Analysten von Merck
Finck, die eine Kaufempfehlung in Aussicht stellten. Bislang
hatten sie die Titel auf ihrer Verkaufsliste.
Bei den im SDax<.SDAXI> gelisteten Kleinwerten waren
Sixt die größten Verlierer. Die Aktie brach um bis zu
zehn Prozent ein, nachdem der Autovermieter Geschäftszahlen
vorgelegt hatte. WestLB-Analyst Wolfgang Fickus kritisierte,
dass Sixt erst 2011 wieder zu dem Ertragsniveau von vor der
Krise zurückkehren will. Er habe damit schon für 2010 gerechnet.
"Aus unserer Sicht ist die Prognose für 2010 daher ernüchternd",
fügte er hinzu. Sixt schlossen 4,4 Prozent im Minus bei 23,77
Euro.
Mit Zurückhaltung reagierten Investoren auf den
Führungswechsel bei Q-Cells. Der Rückzug von
Firmengründer Anton Milner komme nicht überraschend, schrieb
DZ-Bank-Analyst Sven Kürten in einem Kommentar. "Er
unterstreicht, wie dringend die strategische Neuausrichtung
weiterhin ist." Die Aktien des Solarzellen-Herstellers bauten
ihre Verluste aus und fielen um 4,5 Prozent auf 7,26 Euro.
(Reporter: Hakan Ersen; redigiert von Olaf Brenner)