Im asiatischen Handel ging der Risikoappetit etwas zurück, wobei davon in erster Linie der USD profitierte. Die Aktienmärkte in der Region notierten niedriger: der Hang Seng Index stand mit 1,66% im Minus. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Neuseeland von 6,5% auf 7,3% (10-Jahres-Hoch) verstärkte die schleppende Wirkung noch. Vor diesen Daten hatten die Märkte aggressiv eine Zinserhöhung der RBNZ bereits im April eingepreist, aber die besorgniserregenden Zahlen versetzen diesem Argument einen herben Dämpfer. Nach der Bekanntgabe sackte NZDUSD auf 0,7005 ab, pausierte kurz und gab dann weiter auf 0,6960 nach (und löste Stops unter 0,7000 aus). Positiver zu vermerken sind die australischen Einzelhandelsumsätze ohne Inflation für das 4. Quartal, die etwas besser ausfielen und auf 1,1% zum Vorquartal zulegten. Auch die Daten zu den Baugenehmigungen lagen mit 2,2% zum Vormonat deutlich höher. Die Einzelhandelsumsätze legen nahe, dass das BIP-Wachstum sich, auch nach dem Absetzen der staatlichen Förderung, im 4. Quartal beständig zeigte. Wie wir bereits zahlreiche Male seit der überraschenden Zinsentscheidung der RBA mitgeteilt haben, unterschätzt die Notenbank unseres Erachtens die positive Dynamik der australischen Wirtschaft und wird sich im März zu einer Zinsanhebung gezwungen sehen. Morgen dürfte die normalerweise langweilige geldpolitische Erklärung Einblicke in die Gedankengänge der RBA liefern. Und sollte die Notenbank morgen ihre Wachstums- und Inflationserwartungen anheben, wird dies eindeutig Fragen aufwerfen, welcher der erwähnten externen Faktoren (China, Kreditspreads für Staatsanleihen und Kreditvergabe der inländischen Banken) ihr die größten Sorgen bereitet. Und zudem den Glauben des Markts an eine Zinsstraffung im März stärken. Vor diesem Hintergrund dürfte der AUD unserer Ansicht nach eine überdurchschnittliche Entwicklung aufweisen. Gestern hat die Europäische Kommission die fiskalische Konsolidierungsstrategie Griechenlands genehmigt. Gemessen an der Reaktion von EURUSD und den CDS-Spreads wurden jedoch (weder) die Märkte (noch wir) allzu sehr davon überzeugt oder getäuscht. Im Bericht hat die EU Griechenland bis Ende 2012 Zeit gegeben, sein Haushaltsdefizit auf unter 3,0% des BIP zu senken, was wir als überaus optimistisch einschätzen. Seit der Pressekonferenz ist EURUSD auf 1,3835 zurück gegangen, während die griechischen CDS-Spreads sich ausweiten. Aber noch stärker besorgniserregend war die Reaktion der portugiesischen und spanischen CDS-Spreads, die deutlich litten. Der Schritt erinnerte an die frühe Kursentwicklung Griechenlands und führte schnell zu Spekulationen über eine „Ansteckung“. Aufgrund der gestrigen Reaktion könnte die abschließende Pressekonferenz der EZB für ordentliche Aufregung sorgen. Die Journalisten werden sich, gewappnet mit reichlich Details (die der Bewertung der EU zu entnehmen sind), nicht einfach mit der Behauptung einer „absurden Hypothese“ und der generischen Ablehnung einer möglichen Rolle der EZB in einer eventuellen Rettungsaktion von Seiten Trichets zufrieden geben. Wir sehen ein signifikantes Ereignisrisiko im Umfeld dieser Pressekonferenz, wobei für EURUSD alles für ein Abwärtsrisiko spricht. Eine vollständige Analyse der heutigen Sitzung der Zentralbank finden Sie unter ACM Central Bank Preview.
